Übersicht

Viele Segelflugzeuge haben zum besseren Manövrieren am Boden ein sogenanntes Kullerchen, ein kleines Rad, welches aber vor dem Flug unbedingt entfernt werden muss. Dazu wurde im Twin Astir der Akaflieg Dresden bereits eine rudimentäre akustische Warnung für den Piloten angebracht, falls dieser losfliegen möchte, wenn das Kullerchen noch dran ist. Dazu wurde ein Hallsensor im Rumpf angebracht, welcher durch einen Magneten im Kullerchen ausgelöst wird. Ein weiterer Hallsensor befindet sich neben dem Gestänge für die Bremsklappen. Beim Startcheck werden auch die Bremsklappen kurz ausgefahren. Sollte sich dabei das Kullerchen noch am Flugzeug befinden, ertönt ein Warnton.

Dieses System ist aber nur bedingt praxistauglich. Einerseits ist es unzweckmäßig, das ziehen der Bremsklappen als Auslösekriterium zu verwenden, weil in hektischen Situationen, also solchen Situationen, in denen auch tendenziell eher vergessen wird, das Kullerchen abzubauen, nicht selten auch der Startcheck schlampig ausgeführt wird und die Warnmeldung so nicht auslöst. Zweitens ist die jetzige Lösung anfällig für Störungen durch das Funkgerät. So löst die Warnung kurz beim Drücken der PTT Taste des Funkgerätes aus. Drittens könnte man zwecks Optimierung alle im Flugzeug vorhandenen Sensoren (ebenfalls für die Fahrwerkswarnung) auf ein System vereinigen, welches intelligent die Warnmeldungen ausgibt.

Daraus entsteht folgendes Konzept:

Das Auslösungskriterium müsste das Ziehen des Einklinkknopfes sein, denn das Ziehen der Bremsklappen kann vor dem Start vergessen werden, ohne den Einklinkknopf kommt man aber nicht in die Luft. Das Problem dabei ist bei der jetzigen Lösung allerdings, dass der Einklinkknopf beim Manövrieren am Boden mit angebautem Kullerchen sehr oft betätigt wird. Dies würde bei der bisherigen, einfachen Lösung zu nervigen und stromfressenden Fehlalarmen führen, die für zusätzliche Hektik am Start sorgen. Daher ist die derzeitige Überlegung meinerseits, die Sitzwanne mit einem FSR-Sensor auszustatten (nein, das hat nix mit dem FSR ET der TU Dresden zu tun, sondern steht für force sensing resistor). Die Logik bekommt dann also folgendes Auslösekriterium für die Kullerwarnung: Kuller dran, Pilot im Flugzeug und Kupplung wird betätigt.

Ähnlich kann auch mit der Fahrwerkswarnung verfahren werden:

Die Fahrwerkswarnung löst zur Zeit aus, wenn das Fahrwerk eingefahren ist und die Bemsklappen ausgefahren werden. Dies mag in der Platzrunde ok sein, bei Thermikflügen ist dies allerdings hinderlich, da die Bremsklappen dort, wohlgemerkt bei eingefahrenem Fahrwerk, ausgefahren werden, sollte man gefahr Laufen in eine Wolke zu fliegen (oder sollte man schnell sinken wollen). Daher wäre es zweckmäßig die Fahrwerkswarnung mit dem Höhenmesser zu koppeln. Dazu könnte man einerseits einen billigen Luftdrucksensor nehmen, oder das FLARM auswerten. In jedem Fall sollte die Fahrwerkswarnung auslösen, sollte in Höhen unter 300m die Bremsklappe betätigt werden ODER sollte sich das Flugzeug tiefer als 150m befinden. Um die Höhe über Grund zu ermitteln muss man den aktuellen Druck (bei verwendung eines Luftdrucksensors) oder die aktuelle GPS-Höhe über MSL als "0m über Grund" im Programm festlegen.
Dazu könnte man die Sensoren an der Schleppkupplung und den Drucksensor der Sitzwanne recyceln: Setzt sich der Pilot ins Flugzeug, wird der aktuelle Druck oder Höhenwert als 0m über Grund im Programm festgelegt und die Fahrwerkswarnung ist einsatzbereit.

Die Soundausgabe könnte man noch mit einem einfachen DAC versehen, um verschiedene Warntöne oder auch Audiodateien auszugeben. Dies ist erst mal kein wesentlicher Mehraufwand. So könnte man die Warnungen als Sprachausgabe ausgeben (z.B. " Bitte Fahrwerk ausfahren!" oder: "Achtung! Kuller noch am Flugzeug." )

Die Elektronik beläuft sich auf einen Mikrocontroller mit entsprechenden Eingängen für die Sensoren sowie einem Ausgang für z.b. ein LCD oder ein R2R netzwerk+ Verstärker für eine Soundausgabe. Dies sollte alles ohne Probleme in das bisherige Gehäuse passen und könnte upgradefähig sein, um z.b. noch die Überziehwarnung von Willi zu implementieren.

Das klingt jetzt alles etwas abgehoben und kompliziert, ist aber in Wirklichkeit kein großer Aufwand.

To be continued.

Tickets

Alle Tickets anzeigen

Mitglieder

Manager: ludwig_t

Nach oben